Geschichte

Im Jahre 1238 wurde die Gemeinde erstmalig in einer Note des [1] Erzbistums Mainz urkundlich erwähnt. Nach dem [2] Dreißigjährigen Krieg kam das Dorf zu [3] Hessen-Darmstadt und 1866 zu [4] Preußen.Über Jahrhunderte war der Ort von der Landwirtschaft auf kargen Böden und dem Wald geprägt. 

Urkundliche Ersterwähnungen:

Bromskirchen gehörte zu den Siedlungen, die erst nach erfolgter Christianisierung an wichtigen Höhenwegskruzungen angelegt wurden. Aus der Zeit der Gauverfassung in deutschen Landen haben wir keine Nachricht von diesem Ort. Als das Erzstift Mainz sich im hessischen Land nach Besitz umsah und die Hoffnung hegte, schließlich zu einem geschlossenem Gebiet zu kommen, fand es seine Gegenspieler in den thüringisch- hessischen Landgrafen.

Zwischen diesen beiden erstarkenden Mächten voller Gegensätze standen die landesherrlichen Grafen wie hier die Battenberger. Sie begaben sich lieber in den Schutz des anderen, um von dem einen nicht geschluckt zu werden. Am Ende lief das auf das gleiche hinaus. Hatten die Battenberger 1238 zunächst die halben Einkünfte ihrer Grafschaft, darunter auch die aus der Cent Fromelskirch (Bromskirchen), an Mainz verkauft, so waren sie 1291 genötigt, mit Mainz die Grafschaft zu teilen. Damals fiel das Gericht zu Frumoldeskirchen (Broms.) den Battenbergern zu.

Es dauerte nur wenige Jahre, da verkaufte Hermann von Battenberg, der letzte seines Geschlechts, seine Hälfte der Grafschaft an Gerhard von Mainz, das mit diesem Erwerb seinem Ziel wieder ein gutes Stück näher gekommen war. 1292 finden wir den Priester Henricus de Gerhartichusen in Vromoldeskyrchen (Broms.) im Amte, und 1296 bestätigt der Erzbischof Gerhart von Mainz den von Papst Bonifaz VIII. bewilligten Ablaß, aus dessen Einkünften die Kirche zu Fromoldis- Kirche instand gesetzt werden sollte. (Ablaß für die Kirche und der dazugehörigen Kapelle zu Linsphe). Frumboldeskirchen (Broms.) lesen wir in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1359, und 1394 versetzt der Ritter von Diedenshausen Einkünfte aus dem Gericht zu Fromißkirchen (Broms.) an das Geschlecht derer von Viermünden, die ein Jahr daraus die Vogtei des Ortes kaufen. Dank der zuvor geschilderten “Machenschaften” besitzen wir immerhin die ersten urkundlichen Erwähnungen Bromskirchens, das im Laufe der Zeit einige Namensänderungen erfuhr.


weitere Entwicklung bis 1583

Am 9.4.1234 verkauft der Graf Widekind I. von Wittgenstein die Hälfte der Einkünfte der Burgen Battenberg und Kellerburg, der dazwischenliegenden Stadt und Grafschaft “Stift” an Mainz, zu der u.a. die Cent Bromskirchen gehörte. In den Centen Geismar und Bromskirchen waren besondere Centgrafen vom einheimischen Adel eingesetzt. Bei der Cent Bromskirchen schien eine Adelsimmunität vorzuliegen. Centgrafen waren die “von Beltershausen”. Diese Herren werden 1234 als landgräfl. thür. Ministerialen bezeichnet. Ihr Gericht ist ittersches Lehen, während die Herren von Diedenshausen, die als erwähnte Käufer auftreten, Mainzer Vasallen sind. Bromskirchen hatte jedoch auch gewisse Beziehungen in den Raum Medebach, wo die Herren von Itter wahrscheinlich Vögte gewesen sind 1290, in “unwirtlichster Jahreszeit”, kam Erzbischof Sigfried von Köln mit dem Landgraf Heinrich von Hessen zusammen, um sich nach langer Fehde, deren Folge die Zerstörung Hallenbergs um 1288 gewesen war, zu einigen, um dann Anordnungen zum Wiederaufbau Hallenbergs geben zu können.

Die Cent Bromskirchen war zuständig für die Blutgerichtsbarkeit, die Gerichtsbarkeit über Erbe und Eigen und für Akte der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Ein Hinweis auf die Blutgerichtsbarkeit dürfte in dem Flurnamen “Am Galgen” zu sehen sein. Bei der Cent Bromskirchen handelt es sich um ein kleinräumiges und auf wenige Ortschaften begrenztes Gebiet, dem die Siedlungen Linsphe, Beltershausen, Elbrighausen, Rupertshausen und Zimmershausen zuzuordnen sein dürften. Für Bromskirchen ist an eine “Übereinstimmung von weltlichen und geistigen Bezirken zu denken.” In dem abgelegenen Waldgebiet dürfte es der gegebene Mittelpunkt gewesen sein. Mit dem Verkauf der halben Einkünfte ist jedoch Mainz 1238 bereits halb im Besitz der aufgeführten Centen. 1291 gehen Burg und Stadt Battenberg, die Gerichte Laisa, Battenfeld und Münchhausen endgültig an Mainz über.

In einem weiteren Vertrag folgt 1296 der Rest mit der Burg Kellerberg, den Gerichten Röddenau und Bromskirchen. Damit war dieser ziemlich geschlossene Bereich in Mainzer Hand. Der zunächst vorhandene Streubesitz wird durch Käufe von 1238 und 1296 der Grafschaft Battenberg, vor allem aber der beiden Burgen, fester zusammengefügt. Die Stadt Battenberg, und damit auch das Amt, wird aber bald durch das verkehrsgünstigere und vom Landgrafen ab 1234 erbaute Frankenberg überflügelt. Ungünstig wirkt sich nun die große räumliche Entfernung zu Mainz aber auch von Amöneburg aus. Die wichtigsten Mainzer Vasallen im vorliegenden Raum, die Herren von Hatzfeld, sind bestrebt, ihre eigene Stellung zu sichern und auszubauen.

Das Amt Battenberg bzw. seine Gerichte werden in immer stärkerem Maße als Pfänder eingesetzt. Für die Bevölkerung und ihre Lebensverhältnisse bedeutet dies eine immer stärkere Abhängigkeit von den Pfandinhabern. In dieser Zeit gelingt es den einheimischen Adelsfamilien, ihre Positionen auszubauen. Auf die Cent bzw. das Gericht Bromskirchen dürften sich in diesem Zeitraum auch noch westfälische, der Grafschaft Arnsberg, und waldecksche Einflüsse niedergeschlagen haben, zumal hier für die verwandtschaftlichen Beziehungen und die Besitzungen der Centgrafen Bromskirchen andere Rechte nachzuweisen sind. Die Mainzer Rechte um Battenberg finden ihr Ende im Jahre 1464, als sie nach der Stiftsfehde zwischen Adolf von Nassau und Dieter von Isenburg an die Landgrafen verpfändet wurden. 1583 geht die Pfandschaft endgültig in landgräflichen Besitz über.


Gebietsentwicklung unter den Landgrafen bis Heute

1539 gelangte Landgraf Philipp der Großmütige in den Besitz Bromskirchens (wie schon erwähnt), der es dem Amt Wolkersdorf zufügte, vermutlich deshalb, weil er das Amt Battenberg lediglich als Pfandschaft besaß, die erst 1583 endgültig in landgräflichen Besitz übergeht. Bromskirchen verbleibt aber auch jetzt noch beim Amt Wolkersdorf.

Nach dem 30jährigen Krieg, als die Territorien Hessen- Kassel und Hessen- Darmstadt gegeneinander abgegrenzt wurden, kam es zu langen Streitigkeiten. Infolge des Kasseler Vertrag vom 14. April 1648 kommen das Amt Battenberg und das Gericht Wiesenfeld an Darmstadt, während das Amt Wolkersdorf mit Bromskirchen Kassel zufällt. Unmittelbar darauf entbrennt der Streit um die Grenze, und das ist die Bromskircher Gemarkungsgrenze zwischen den beiden Ämtern. Nach langem Hin und Her entschloß man sich im Kasseler Vertrag vom 20.2.1650 dazu, die beiden Dörfer Bromskirchen und Birkenbringhausen gegeneinander auszutauschen.

Damit fällt Bromskirchen nun endgültig an Hessen- Darmstadt und wird dem Amt Battenberg wieder zugeführt. Bis zum Jahr 1866 verbleibt das Amt Battenberg mit Bromskirchen, seit 1832 als Teil des Landkreises Biedenkopf, bei Hessen- Darmstadt. Infolge der Haltung Hessen- Darmstadts beim Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland und nach dem Sieg der Preußen bei Königgrätz ergreift dieses bereits am 14. September 1866 Besitz vom Kreis Biedenkopf, der 1867 der Provinz Hessen- Nassau und dem Regierungsbezirk Wiesbaden zugewiesen wird.

1932 wird das Amt Battenberg und somit auch die Gemeinde Bromskirchen unter größtem Protest der Bevölkerung dem Landkreis Frankenberg einverleibt. Durch die Kreisgebietsreform in Hessen wurde mit Wirkung vom 1. Januar 1974 die Landkreise Waldeck und Frankenberg zum Großkreis Waldeck- Frankenberg zusammengeschlossen. Bromskirchen wurde Großgemeinde mit den Ortsteilen Somplar, Neuludwigsdorf, Dachsloch, Seibelsbach.

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