Pappeln mussten weichen

In einem Nebental des Dudenbach mussten 15 Pappeln weichen.

Dabei hat man sich anscheinend mal wieder des unerfahrenen Somplarer Ortsvorstehers bedient. Vielleicht noch eine späte Rache für seine Mitwirkung beim Erhalt der Kastanienallee. 

Ortsvorsteher Christ wurde zum Revierförster geschickt und hat diesen auf eine mögliche Gefahr , welche von der Baumreihe ausginge , aufmerksam gemacht.

Der Revierleiter räumte ein, dass eine Entnahme der Pappeln  aus forstwirtschaftlicher Sicht zwar in Frage käme, hat aber auch vorgeschlagen, das weitere Vorgehen mit dem BUND-Ortsverband zu besprechen.

Daraufhin ging Christ zum örtlichen BUND-Vertreter, Schütz, um ihn über die geplante Aktion zu informieren.

Noch bevor es zu einem Termin mit Hessen-Forst und BUND gekommen war, wurden die Bäume komplett gefällt.

Die Vorgeschichte :

Im Mai 2007 machte der BUND, Herrn Frese darauf aufmerksam, daß mindestens ein Baum sich in einem schlechtem Zustand befände. Aus Naturschutzgründen sei es anzustreben diesen Baum auf etwa  vier Meter Höhe zu kappen.

Damit bestünde die Möglichkeit einer Besiedelung durch Wildbienen und anderer Totholz bewohnenden Arten.

Denn Wildbienen und Falter sind, gerade dort wo die Imkerei nicht ausreichend betrieben wird, für die Bestäubung von Blüten unverzichtbar. Im übrigen wurde darauf hingewiesen, daß gesunde Bäume stehen bleiben sollten, da in diesen Pappeln etwa 28 Arten; besonders Nachtfalter ihren Lebensraum haben.

Dieser Vorschlag war mit der Unteren Naturschutzbehörde so abgestimmt worden.

Darauf reagierte Frese mit folgendem Schreiben, in dem er betonte, die Bäume seien sicher und die Gemeinde werde nichts unternehmen um die Baumreihe zu beseitigen:

pappelnanlage2.jpg
Und dann das:
pappelstumpfe.jpgpappelholz.jpg

Seit dem Schreiben sind gerade mal 10 Monate vergangen. Es ist unmöglich daß sich der Zustand aller Bäume während dieser Zeit derart verschlechtert hat.

Wie jetzt bekannt wurde, brütete in den letzten Jahren ein Falkenpaar in einer der Pappeln. 
Für Vögel ist das etwa so, wie wenn Menschen  aus dem Urlaub kommen und ihr Haus steht nicht mehr..

Der Verlust der Pappeln trifft nicht nur die Naturliebhaber. Es gibt auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft. denn die Hauptnahrung von Falken sind nun mal Mäuse. 

Es passt nicht zusammen, wenn unsere Bundeskanzlerin zum Erhalt der Artenvielfalt aufruft und gleichzeitig solche,
offenbar von reiner Feindseligkeit gesteuerten , Aktionen stattfinden.

Am selben Tag noch reifte der Entschluß, solche Taten künftig einer breiten Öffentlickeit via Internet zugänglich zu machen .

Noch etwas zum Thema Landschaftspflege. Was glauben sie auf diesem Bild zu erkennen.

baumpflege.jpg
 

Handelt es sich hier um
Erhaltungsschnitt

Ertragsschnitt

Radikalschnitt wegen Schädlingsbefall

Verkehrssicherungsschnitt

Eine Provokation

Nur Auswertung

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2 Kommentare zu Pappeln mussten weichen

  1. Kritiker sagt:

    Da sind doch welche der Meinung, es handelt sich um einen Erhaltungsschnitt. Warum wurden die verstümmelten Bäumchen dann nachträglich ganz beseitigt.
    Sicher weil sich die Verantwortlichen doch sehr blöde vorkommen mussten angesichts der öffentlichen Darstellung ihrer hirnlosen Aktion.

  2. Stadtmensch sagt:

    Ich komme aus der Großstadt. Dort wird jeder Baum gehegt und gepflegt. In den Parks stehen mehr alte Bäume als in ländlichen Regionen.Ich musste über die Jahre leider erfahren wie wenig naturverbunden die Menschen auf dem Land sind.
    Hier wird Gottes Natur in Nutzpflanzen und Grünzeug unterteilt. Es gilt nur was in Zentnern und Litern verkauft werden kann. Man darf nicht vergessen: Auch gewinnorientierte Bewirtschaftung hängt vom gesamten Ökosystem ab. Wenn ich mich an ehrwürdigen alten Bäumen erfreuen will, dann muß ich in meine alte Heimat fahren.
    Das ist ein Jammer.

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